Pangritz-Kolonie


 

Was ist Pangritz-Kolonie?

Es sei der Elbinger Konrektor Grundmann zitiert, der 1924 in seinem Elbinger Heimatbuch hierzu ausführte: 
"Das Gebiet von Pangritz-Kolonie war noch um das Jahr 1800 eine Sandwüste, die nur hin und wieder mit verkrüppelten Fichten, Wacholdergesträuch und Heidekraut bewachsen war. In der Mitte befand sich ein mit Erlen bestandenes Bruch, nach dem die Gegend Ellernbruch genannt wurde. Im Jahre 1801 erhielt der Kaufmann Gottfried Pangritz aus Elbing einen Teil davon vom Magistrat in Erbpacht. Er erbaute auf dem Sandberge den Pangritzhof, die heutige Alte Welt, und legte einen großen Garten an. Von dem übrigen 4 kulmische Hufen großen Sandlande gab Pangritz gegen eine geringe Pacht kleine Stücke an arme Leute ab, die die teuren Mieten in der Stadt nicht bezahlen konnten und sich daher hier anbauen wollten. Die Zahl der Ansiedler mehrte sich schnell, so daß die Kolonie bald zu einem großen Dorfe heranwuchs. Im Jahre 1807 räumte Pangritz den Kolonisten einen Morgen auf dem höchsten Berge zum Begräbnisplatz ein. Es ist der alte Kirchhof, der 1911 wieder in Gebrauch genommen wurde. 1824 erhielt die Gemeinde auch eine eigene Schule, in der lange Zeit 180 Kinder von einem Lehrer in Halbtagsschulunterricht unterwiesen werden mußten. Zwei Jahre später übernahm der preußische Staat die Verwaltung des Dorfes Pangritz-Kolonie, und erst nach langen Verhandlungen wurde 1913 das Dorf als Vorort wieder mit der Stadt Elbing vereinigt. Heute führt eine wohlgepflasterte Straße durch den Sand. Auf der ehemals öden Sandfläche sieht man jetzt Kirschgärten, Kartoffeläcker, ja hin und wieder selbst Kornfelder. In dem früheren Obstgarten des Pächters Pangritz erhebt sich eine evangelische Kirche, die St. Pauluskirche, und nicht weit davon auch eine katholische, die St. Adalbertkirche. Letztere ist dem Bischof Adalbert von Prag zu Ehren so genannt, der als Heidenapostel unter den alten Preußen wirkte und von ihnen 997 bei Tenkitten im Samlande erschlagen wurde. Die St. Pauluskirche ist nach dem tatkräftigsten und erfolgreichsten Heidenapostel Paulus benannt. Für die Heranbildung der Jugend bestehen jetzt zwei Schulen, eine katholische und eine evangelische. In letzterer werden heute etwa 800 Schüler und Schülerinnen von 15 Lehrkräften unterrichtet."

 

 
 

 

Was bietet der "Elbing-Club-Pangritz-Kolonie e.V. von 1977"?

Vereinswappen Der Elbing-Club-Pangritz-Kolonie e.V. verfügt derzeit über 350 Mitglieder; neben waschechten Pangritz-Kolonisten handelt es sich dabei auch um frühere Bewohner anderer Elbinger Stadtteile bzw. der Umgebung Elbings. Auch Nicht-Elbinger sind im Club herzlich willkommen! 

Die Clubmitglieder versammeln sich zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) zu sogenannten "Schlabbertreffen" in Hamm, bei denen Erinnerungen ausgetauscht und alte und neue Bekannte getroffen werden können. Tanzaufführungen der clubeigenen Tanzgruppe, Fotoausstellungen, Ausstellungen Elbinger Künstler usw. runden die Schlabbertreffen ab und machen sie immer wieder zu einem besonderen Erlebnis. 

Der Club ist Herausgeber des viermal jährlich erscheinenden "Pangritz-Kuriers", einer wahren Fundgrube interessanter Berichte, Reportagen, Erinnerungen und Gedichte rund um die alte Heimat Elbing und Pangritz-Kolonie. Clubmitglieder erhalten neben dem "Pangritz-Kurier" auch mindestens zweimal jährlich ein Sonderheft, das jeweils einem speziellen Thema gewidmet 
ist. 

Der Verein unterhält zahlreiche Kontakte zu anderen Elbinger Vereinen, ebenso zur Gesellschaft der deutschen Minderheit Stadt und Kreis Elbing. In unregelmäßigen Abständen finden Club-Sonderfahrten in die alte Heimat statt. 
 
Hier die Anschrift des Clubs: 47445 Moers, Kühlerstr. 46, Tel. 02841 / 71364 
(1. Vorsitzender Hans Preuß) 
 

 
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Letzte Bearbeitung: 14.10.97