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Landkreis Elbing |
Geologie und Klima des Landkreises ElbingLic. Dr. Kerstan berichtet in seiner "Geschichte des Landkreises Elbing" (1925): Der Elbinger Landkreis, landschaftlich einer der schönsten und abwechslungsreichsten des deutschen Ostens, besteht aus drei ganz von einander verschiedenen Gebilden, der Höhe, der Niederung und der Nehrung. Die Elbinger Höhe ist eine teilweise schön bewaldete Hügelgruppe, die ihren höchsten Punkt im Butterberg bei Trunz hat. Er ist 197 m hoch. Man nennt unsern Höhenzug deshalb zuweilen auch die Trunzer Berge. Die Elbinger Niederung ist ein Teil des Weichseldeltas und im wesentlichen im Lauf der Jahrtausende aus den Sinkstoffen der Weichsel und der Nogat gebildet worden. Eine kleine, sehr unbedeutende Bodenerhebung findet sich in der Elbinger Niederung zwischen Neuhof und Gr. Wickerau. Der Teil der Frischen Nehrung von Pröbbernau bis Försterei Grenzhaus, der seine höchste Erhebung im sog. Kamelrücken (49 m) hat - er ist zugleich der höchste Punkt der Frischen Nehrung überhaupt - , ist erst 1919 vom Kreis Danziger Niederung an den Landkreis Elbing gekommen. (...) In geologischer Beziehung sind Höhe, Niederung und Nehrung ganz verschiedenartige Gebilde. Die Höhe stammt aus dem Diluvium, d.h. der Verschüttung, die durch die Eiszeit hervorgerufen wurde. Zu oberst liegt hier Sand, dann folgen Ton, insbesondere Lehm, den viele Ziegeleien, besonders am Haffufer, abbauen, dann Lehmmergel, dunkelbrauner Sand, dann Steinlager mit gewaltigen Blöcken, schließlich Schluffmergel. Natürlich ist diese Schichtung weder regelmäßig noch durchgängig. Es kommen die größten Verschiedenheiten vor. Die Niederung ist Alluvium, das ist Anschwemmung. Ihre Stelle nahm einst ein weites Wasserbecken ein, das vom Meere durch die vom Samland bis nach Danzig sich hinziehende Nehrung getrennt wurde. Die Weichsel verlandete durch ihre mitgeführten Sinkstoffe dies weite Gebiet allmählich. Zu den Bildungen des Alluviums gehört auch der Torf. In der Elbinger Niederung findet sich ein ausgedehntes Torflager, das um die Neuheider Diluvialbildung herum liegt. Es wurde für Rechnung des Staates abgebaut. Alluvialbildung ist auch der Raseneisenstein, der sich im Elbinger Kreise findet. Über die Entstehung der Nehrung sind viele Vermutungen geäußert worden. Am meisten Wahrscheinlichkeit hat die Ansicht für sich, die die Nehrung aus dem Zusammenarbeiten der Meereswellen und einer Flußströmung entstanden sein läßt. Der Weichselstrom häufte die mitgeführten Sinkstoffe, die Meeresbrandung den losen Sand zunächst zu einigen unterseeischen Erhebungen auf. Sobald diese Anhäufungen die Wasserlinie erreicht und sie ein wenig überschritten hatten, trat eine dritte wirksame Kraft hinzu, der Wind. Von den Stürmen wurde der Sand landeinwärts getrieben. Es bildeten sich eine Reihe von Inseln, die sich vom Samland bis in die Gegend des heutigen Danzig in einer gekrümmten Linie hinzogen. Zwischen ihnen und dem festen Lande lag eine große Bucht, deren Wasser durch viele Tiefe mit der See in Verbindung standen. Die Sinkstoffe der Weichsel füllten in Jahrtausenden allmählich diese Bucht, die man das Urhaff nennt, aus. So entstanden die fruchtbaren Werder. Von jener großen Bucht ist heute nur das Frische Haff übrig. Die Zahl der Tiefe auf der Frischen Nehrung wurde geringer, die Nehrung wurde immer zusammenhängender. Heute ist nur noch ein Tief bei Pillau vorhanden. Frische bedeutet bei uns hier in Ostpreußen soviel wie neu. Das Frische Haff ist also soviel wie das neue Haff. Mit dem Flüßchen Frisching, das sich bei Brandenburg südwestlich von Königsberg in das Haff ergießt, hat die Bezeichnung "Frisches Haff" nichts zu tun. Vielmehr erklärt sich dieser Name so: Das Frische Haff ist kein fließendes, aber auch kein stehendes Gewässer. Sondern es wird durch die Einmündung großer Ströme und durch die Ausmündung der Ostsee beständig verändert. Sein Wasser ist immer frisch, d.h. neu. Bei der Frischen Nehrung hat der Name natürlich keinen Sinn, sondern ist nur vom Frischen Haff her zu erklären. Der Ausdruck "Nehrung" tritt zuerst im 13. Jahrhundert in den mannigfachsten Formen auf. Wie dieses Wort zu erklären ist, bleibt ungewiß. Entweder ist es aus dem Altpreußischen zu erklären, dann bedeutet es "soviel als das abwechselnd Auf- und Niedertauchende, das veränderliche Land, welches wie ein Schwimmer bald über dem Wasser sichtbar, bald unter demselben verschwunden ist". Dieses Bild mag die Nehrung zur Zeit ihrer Entstehung geboten haben. Eine andere Erklärung des Wortes Nehrung aus dem Altpreußischen deutet die Nehrung als "von den Meereswellen aufgeworfenes Land". Legt man dem Ausdruck "Nehrung" einen germanischen Wortstamm zu Grunde, so dürfte er soviel wie "Schmalland" bedeuten. Die ursprüngliche Bezeichnung unserer Nehrung war übrigens "Danziger Nehrung". Man verstand darunter den ganzen Strandwall vom Samland bis nach Danzig. Eine neuere Ansicht läßt die Frische Nehrung aus zwei Nehrungen zusammengeschweißt sein. "Sie ist nicht allein durch das Anwachsen von Westen her, an den Danziger Höhen wurzelnd, entstanden, sondern diesem sich nach Nordosten entwickelnden Aste ist ein eben solcher von der samländischen Küste her nach Südwesten entgegengewachsen, bis sich beide in der Gegend von Alttief vereinigten. Der Westarm der Nehrung ist der ältere; es geht dies darauf hervor, daß hinter der Vordüne, die den gesamten Strand bis Pillau begleitet, eine in ein Gewirr von Kuppen und Kegeln aufgelöste Dünenlandschaft folgt. Später besteht sie dann aus einer mehr oder weniger breiten Zone von Strichdünen, die jüngeren Alters sind. Dem Verwitterungsgrade nach werden die Dünen in Braundünen, Gelbdünen und Weißdünen eingeteilt. Die Braundünen sind die ältesten; sie sind vom Wind und Wetter zerschnitten und entfalten sich in einzelnen Kuppen und Kegeln. Die Gelbdünen sind weniger charakteristisch. Vielfach sind es nur ältere Weißdünen. Die Wurzeln der Frischen Nehrung sind auf der westpreußischen wie auf der ostpreußischen Seite unklar, da Weißdünen den Braundünen aufgelagert sind". Im Laufe der geschichtlichen Zeit hat es verschiedene Tiefe als Verbindungswege zwischen Haff und See auf der Nehrung gegeben. Man nimmt an, daß bei Vogelsang ein Tief schon in der altpreußischen, dann vor allem in der Ordenszeit und noch später bestanden hat. Bewiesen ist das aber nicht. Zwischen Schmergrube und Böglers aber gab es Jahrhunderte lang ein Tief, das 1258 noch vorhanden war. Gleichzeitig bestand das Lochstädter Tief, das um die Mitte des 13. Jahrhunderts das bei Schmergrube überflügelte. Das Lochstädter Tief versandete um die Mitte des 15. Jahrhunderts. 1426 entstand der Burg Balga gegenüber bei Alttief ein neues Tief, das bei den Seefahrern bald beliebter wurde als das bei Lochstädt. Dies sogenannte Balgische Tief war etwa 100 Jahre am meisten befahren. Um 1500 entstanden bei Pillau mehrere Tiefe. Bald nach 1525 trat eins von ihnen als Hauptfahrstraße an die Stelle des Balgischen. Die übrigen Tiefe aber versandeten. Als 1577 Danzig auf Elbing einen Angriff auf See machte, fuhren seine Schiffe durch das Pillauer Tief. Noch heute stellt dieses die einzige Verbindung zwischen Ostsee und Frischem Haff dar. Auch südlich des Kamelrückens bei Kahlberg soll ein Tief bestanden haben. Doch ist nichts Näheres darüber bekannt. Die Tiefe wurden früher auch Balgen genannt. Das Wort Balga ist deutschen Ursprungs. Die Burg Balga hat daher ihren Namen, daß die Halbinsel, auf der sie liegt, durch Wasserläufe und Sümpfe vom Festland getrennt war. Das Klima unserer Heimat soll, wie man behauptet, einst milder gewesen sein. Denn, so sagt man, früher wurde hier Wein gebaut. Es ist richtig, daß bei Elbing nicht nur in der Ordens-, sondern auch noch in der polnischen Zeit um 1546 Weinbau betrieben wurde. Darauf deutet ja der Name des Gutes Weingarten. Auch auf dem Grunauer Weinberg, der seit 1806 eine Windmühle trägt, wurde Wein gebaut. Aber alles das will noch nicht besagen, daß damals das Klima milder gewesen ist. Wahrscheinlich war der Wein so schlecht, daß man seinen Bau einstellte. Wälder hat es damals gewiß mehr gegeben als heute. Aber sie machten das Klima auch nicht milder. Denn wenn sie auch Winde abhielten, so kühlten sie anderseits doch auch wieder die Luft ab. Nur in vorgeschichtlicher Zeit herrschte wohl zeitweise ein milderes Klima. Dorf- und Stadtgemeinschaften des Landkreises ElbingDorfgemeinschaft Bollwerk Dorfgemeinschaft Conradswalde Dorfgemeinschaft Damerau Dorfgemeinschaft Dörbeck Dorfgemeinschaft Ellerwald und Kraffohlsdorf Dorfgemeinschaft Fichthorst Dorfgemeinschaft Schulbezirk Hütte
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